1. März 2026 (Zuletzt aktualisiert: 22. April 2026)
Warum wir SEOs schuld am Internet-Zustand sind
Wichtigste Erkenntnisse
- SEO-Basics (Title, H-Struktur, Sitemaps) sind oft kein Standard, weil wir als Experten den Wert unserer Arbeit nicht laut genug verkaufen.
- Die Verantwortung liegt bei uns: Wir müssen SEO als fundamentalen Prozess etablieren, nicht als lästiges Extra am Ende der Kette.
- Gemeinsam sind wir stärker: Durch gezielte Interaktion auf LinkedIn können wir SEO-Themen die Reichweite geben, die sie verdienen.
Moin! 🌻
Wir müssen reden. Und zwar Tacheles. Ich habe neulich auf LinkedIn einen Beitrag abgesetzt, der eine Menge Staub aufgewirbelt hat. Die Kernthese war provokant, aber bitter nötig: Wir SEO-Typen sind schuld, dass das Netz die grundlegendsten SEO-Basics ignoriert.
Warum ich das sage? Weil ich es jeden Tag in den Audits sehe. Wir schreiben das Jahr 2026, und immer wieder brennt die Hütte bei Dingen, die eigentlich seit zwei Jahrzehnten geklärt sein sollten. Fehlende Title Tags, hanebüchene Überschriften, URL-Umzüge ohne einen einzigen verdammten Redirect.

Die Frage ist: Warum ist das so? Sind wir zu nerdig? Zu leise? In meinem LinkedIn-Post habe ich genau diese Fragen in den Raum geworfen – und die Diskussion darunter zeigt: Wir haben ein riesiges Kommunikationsproblem in unserer eigenen Bubble.
💬 Jörgs SEO-Klartext (LinkedIn Insights)
"Wir SEOs müssen aufhören, nur die Technik zu polieren. Wir müssen anfangen, den Business-Case zu verkaufen. Wer schweigt, wird ignoriert."
Das Dilemma der Basics und der Wert unserer Arbeit
Es ist fast schon tragisch. Wir diskutieren auf Konferenzen über KI-gestütztes Content-Cluster-Management und Generative Engine Optimization (GEO). Aber wenn wir unter die Haube vieler mittelständischer Websites schauen, fehlt das Fundament.
In den Kommentaren brachte Johannes Nass genau das auf den Punkt:
“Meiner Meinung nach tun sich SEOs immer noch schwer, ihren Wert auf Geschäftsführerebene zu kommunizieren. Einen Geschäftsführer interessiert in der Regel nur: Wachstum – ja oder nein – und warum. Erst wenn der Wert verstanden wird, wächst auch die Awareness für die Basics.”
Genau da liegt der Hund begraben. Wir verkaufen “Title Tags”, aber wir müssten “Sichtbarkeit und Umsatz” verkaufen.
Die kaputte Verantwortungskette
Warum wird SEO oft erst ganz am Ende eines Projekts dazugeholt? Das Design ist fertig, der Code steht und der Launch-Button glüht. Dann heißt es: “Ach ja, mach mal noch kurz SEO.”
Das funktioniert nicht. SEO ist kein Anstrich, den man am Ende auf ein Haus klatscht.

Micaela Eckermann hat das in der Diskussion wunderbar zusammengefasst:
“Was ich immer feststelle ist, dass der Kunde sich irgendwo eine Website basteln lässt und davon ausgeht, dass der Entwickler SEO automatisch mitmacht. Da SEO aber Aufwand ist, den der Kunde nicht bezahlen will, fällt das Thema elegant unter den Tisch.”
Und Michael Hovemann ergänzte bitterböse, aber wahr:
“Es gibt PMs, die wissen nicht, was ein FTP Zugang ist. Es gibt Kunden, die sagen ‘ich betreibe den Shop noch max. 10 Jahre’. Es gibt Entwickler, die auch Text und DSGVO machen.”
Wenn wir in dieser kaputten Kette immer nur die “Feuerwehr” am Ende sind, baden wir die architektonischen Fehler der anderen aus. Wir müssen SEO in die Design- und Planungsphase bringen.
Die Nerd-Bubble verlassen
Hand aufs Herz: Wir SEOs lieben unsere Fachsimpeleien. Aber verstehen uns die Leute draußen? Jessica Seiffert schrieb mir dazu:
“Ich versuche gerade, die absoluten Basics auf Social Media zu erklären und die Feedbacks zeigen: Es wird als zu nerdig empfunden.”
Christian Gülcan traf den Nagel ebenfalls auf den Kopf:
“Die ersten 2 Dekaden hat sich die SEO-Szene in Nerd-Foren und innerhalb ihrer eigenen Bubble ausgetauscht. Über die Jahre ist viel Wettbewerb dazu gekommen: PaidAds, Social Media, KI Agenturen, die SEO öffentlich für tot erklären.”
Wenn wir wollen, dass SEO-Basics zum Marktstandard werden, müssen wir sie für Nicht-SEOs sexy machen. Wir müssen lauter werden und zeigen, dass ein fehlender Redirect bares Geld verbrennt.
Wir schließen uns zusammen: Die LinkedIn-Welle
Allein ist man leise, gemeinsam ist man laut. Wie Benjamin Wenderoth in seinem Kommentar extrem treffend forderte:
“SEO muss sich emanzipieren, erwachsener werden. Als SEO Branche, als Community müssen wir lauter werden und den Weg zeigen.”
Deshalb habe ich auf LinkedIn dazu aufgerufen: Lasst uns den Feed fluten! Jeder für sich, alle zusammen.
Wir müssen aufhören, uns als Konkurrenten zu sehen, und anfangen, eine SEO-Welle zu starten. Wenn wir gegenseitig unsere Beiträge kommentieren und sichtbar machen, skalieren wir unser Wissen über unsere Blase hinaus. Je mehr wir uns vernetzen, desto weniger können uns die Budget-Entscheider ignorieren.

Dein nächster Schritt
Wir SEO-Spezialisten tragen die Verantwortung für unsere Disziplin. Hört auf, SEO als “Technik-Thema” zu verkaufen. Verkauft es als das, was es ist: Das Fundament deines Unternehmens im Netz.
Seid laut. Seid aktiv. Und lasst uns das Netz ein bisschen besser machen.
ALOHA! 🌻✌️
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Diesen Artikel habe ich basierend auf meinem LinkedIn-Post und den über 100 Kommentaren unserer starken SEO-Community erstellt. Lies dir die Meinungen der Kollegen durch und diskutiere mit!
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