28. Januar 2026 (Zuletzt aktualisiert: 19. September 2026)
Michael Kaufhold im Podcast Interview: SEO tot?
Wichtigste Erkenntnisse
- Zielgruppenverständnis ist die am meisten unterschätzte Superkraft im SEO – nicht Keywords, sondern Suchintention zählt.
- Google bleibt King of Search: Die Infrastruktur aus Android, Chrome und Ads ist nicht mal eben zu ersetzen.
- Content muss die Brücke zwischen KI-Verständlichkeit und menschlicher Emotion schlagen.
“SEO ist tot” – sagen sie und schreiben dann krampfhaft für den Algorithmus, damit sie überhaupt noch jemand im digitalen Nirvana wahrnimmt. Es ist die ewige Schlagzeile unserer Branche. Ein Evergreen, der pünktlich zu jedem größeren Google-Update oder jeder neuen Technologie-Welle (wie aktuell KI) aus der Mottenkiste geholt wird.
Aber machen wir uns ehrlich: Vielleicht stirbt das klassische SEO tatsächlich einen langsamen Tod – doch bis der letzte Bot das Licht ausmacht, sind wir alle längst in Rente. Und genau darüber durfte ich mit Michael Kaufhold im Magic Writing Podcast sprechen: über die angebliche „Leiche“ SEO und warum sie in Wahrheit lebendiger und fitter ist als je zuvor.
Jörg Zimmer
Senior SEO & AI Search Consultant
„Google definiert die Standards in fast allen Ländern. Ich sag mal, wenn ich jetzt in China bin, dann wird bei du da sicherlich noch einen ganzen Anteil haben, aber der Podcast kommt aus Deutschland und hier definiert, denke ich, Google die Standards. Gelten die Regeln auch für die anderen Suchmaschinen? Also gut für YouTube naheliegend, aber YouTube ist eine hervorragende Quelle, wie ich finde.“
Die ewige Totgesagte: Warum wir den Nachruf noch mal verschieben
Seit ich 2002 angefangen habe, habe ich vermutlich hunderte “SEO ist tot”-Artikel gelesen. Ähnlich wie ich es im Google Ads Support & SEO Artikel beschrieben habe, versuchen Plattformen immer wieder, Nutzer in automatisierte Werbeformate zu drängen – doch organische Relevanz bleibt unersetzlich. Wenn man all diesen Prophezeiungen gefolgt wäre, gäbe es heute kein Google mehr, keine Content-Marketer und wir würden alle nur noch über Siri oder Alexa kommunizieren.
Die Realität sieht anders aus: Google ist nicht die Nr. 1, weil sie sich mal eben vom Markt drängen lassen. Michael und ich waren uns im Gespräch schnell einig: Google ist eine Geldmaschine, die perfekt darauf trainiert ist, Nutzer zu verstehen. Und solange Nutzer Fragen eintippen (oder einsprechen), wird es jemanden brauchen, der die besten Antworten liefert. Und genau das ist SEO.
Worüber wir im Detail gesprochen haben
In der Podcast-Episode haben wir uns nicht mit Floskeln aufgehalten. Wir haben Tacheles geredet:
1. SEO – Was funktioniert noch, was ist nur noch Rauschen?
Wir haben analysiert, dass die “Hacks” von früher heute gefährlich sind. Linktausch-Netzwerke, künstliches Keyword-Clustering ohne Sinn – wer das heute noch macht, spielt russisches Roulette mit seinem Business. Was heute funktioniert, ist Tiefe. Es geht um Contextual SEO. Ein Algorithmus erkennt heute, ob ein Text von einem Experten geschrieben wurde oder ob er nur aus Worthülsen besteht.
2. Google – Warum der Gigant nicht so schnell wankt
Viele Experten rufen gerade das “Ende von Google” aus, weil Perplexity oder ChatGPT Antworten liefern. Aber Michael hat einen wichtigen Punkt gemacht: Die Infrastruktur von Google, die Verzahnung mit Android, Chrome und Google Ads, ist so tief, dass man sie nicht mal eben in zwei Quartalen ersetzt. Google wird sich anpassen (siehe Generative Engine Optimization (GEO)), aber der “King of Search” bleibt erst mal auf dem Thron. Unser Job ist es, die neuen Spielregeln auf diesem Thron zu lernen.
3. Zielgruppenverständnis – Die vergessene Superkraft
Das war vielleicht der wichtigste Teil unseres Gesprächs. Wir haben festgestellt, dass das Zielgruppenverständnis das am meisten unterschätzte Thema in der gesamten SEO-Welt ist.
Viele SEOs starren stundenlang auf Excel-Listen mit Suchvolumen und Wettbewerbs-Scores. Aber sie vergessen dabei, wer diese Wörter eigentlich eintippt. Was ist der Schmerz hinter der Suche? Was ist das Ziel?
- Jemand, der nach “SEO Berlin” sucht, will vielleicht keine Agentur, sondern erst mal verstehen, was das überhaupt ist.
- Jemand, der nach “SEO Kosten” sucht, hat ein völlig anderes Mindset als jemand, der in der SEO-Sprechstunde nach einem individuellen Audit fragt.
Warum “SEO ist tot” oft nur eine bequeme Ausrede ist
Wenn du deine Zielgruppe nicht verstehst, wenn deine Texte niemanden bewegen und wenn deine Website technisch eine Katastrophe ist – dann ist es natürlich sehr bequem zu sagen: “Ach, SEO ist ja sowieso tot.” Nein, dein Verständnis für deinen Markt ist vielleicht “tot”, aber der Kanal funktioniert. Warum dieser Denkfehler vor allem bei Relaunches so teuer wird, beleuchte ich auch in Willkommen im SEO-Jahr 2026: Die drei größten Denkfehler.
Michael Kaufhold hat im Magic Writing Podcast sehr schön herausgearbeitet, dass Schreiben (oder Content-Creation generell) heute eine Brücke schlagen muss zwischen dem, was die KI versteht, und dem, was den Menschen emotional abholt. Wer nur für die KI schreibt, langweilt den Menschen. Wer nur für den Menschen schreibt, wird von der KI vielleicht nicht gefunden. Die Magie liegt in der Mitte.

Das Problem mit den Totgesagten
Ich höre seit über 25 Jahren, dass SEO tot ist. Und trotzdem:
- Marktanteil: Google beherrscht immer noch über 90% des Marktes.
- Traffic-Qualität: Organischer Traffic ist nach wie vor einer der wertvollsten Besucherströme, weil der Nutzer aktiv nach einer Lösung sucht. Er ist “warm”, wenn er bei dir landet.
- Fundamental-Prinzip: Wer gefunden werden will, muss verstehen wie Suche funktioniert. Das gilt auch für Amazon, TikTok oder YouTube. Überall ist Suche, überall ist SEO.
Die Methoden ändern sich. Wir optimieren heute vielleicht mehr für Entitäten und semantische Netze statt für einzelne Wörter. Wie ich auch im Gespräch Bist du SEO AI Ready? mit Antonio Blago und in meiner Podcast-Empfehlung zu Maximilian D. Muhr (SEOpresso) vertiefe, erfordert diese Transformation neues Agentic SEO und technisches Verständnis. Aber das Prinzip bleibt: Be the best answer!
Tacheles am Ende
Es war mir ein Fest, mit Michael Kaufhold über diese Themen zu philosophieren. Er kommt aus einer anderen Ecke als ich, aber unsere Schnittmenge ist riesig. Am Ende des Tages geht es um Vertrauen. Technik und Keywords sind die Basis, aber Vertrauen gewinnst du nur durch Relevanz.
Die ganze Episode gibt es auf allen Podcast-Plattformen. Schaut mal bei Magic Writing rein – Michaels Fokus auf hochwertiges Schreiben ist die perfekte Ergänzung zu technischem SEO.
Hör mal rein: Magic Writing Podcast: Jörg Zimmer & Michael Kaufhold
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